Spitzenspiel im Schuhkarton

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Eiche Horn Bremen lud am Samstag Abend zum Spiel des Tabellenersten gegen den Tabellenzweiten der 2. Floorball Bundesliga Nord / West, unsere DJK Holzbüttgen. Es sollte ein spannender Floorballabend werden, der die knapp 130 Zuschauer in seinen Bann zog. Dabei waren die Zuschauer mittendrin statt nur dabei. Die Heimspielstätte Bremens wird von seinen Fans liebevoll Schuhkarton genannt, da durch die Größe der Halle jeder Zuschauer das Spiel direkt am Spielfeldrand auf Augenhöhe verfolgen kann. Das Spielfeld wurde dabei etwas verkürzt, um neben der Bande Platz für eine Stuhlreihe und einen kleinen Sturzraum zu gewährleisten. Hinter den Toren befinden sich von der Decke hängende Netze um die Zuschauer vor dem scharf geschossenen Spielball zu schützen. Ein Erlebnis für jeden eingefleischten Floorballfan, die Spieler zum Greifen nah. Und es sollte einiges zu sehen geben, aber der Reihe nach … [Bericht: Oliver Schmitz]

Aus Holzbüttgen machten sich in guter Tradition Fans und Spieler gemeinsam im Reisebus auf den Weg nach Bremen. Nach der Ankunft begannen Spieler und Fans mit dem Warm-Up. Die Spieler auf dem Feld mit Schläger und Ball, die Fans in der einzigen Sitzreihe des Schuhkartons am Spielfeldrand mit Trommel und Sprechchören. Und dann war es soweit: Zeit für ein Spitzenspiel.

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Aber Spitze war in den ersten 2 Minuten nur Bremen. Die Holzbüttgener verschliefen den Spielstart  und Bremen nutzte diese Unkonzentriertheit zu einer schnellen 0:2 Führung. Aber die DJK würde nicht auf dem zweiten Tabellenplatz stehen, wenn sie solche Spiele bereits aufgeben würde. Angepeitscht durch die mitgereisten Fans konnte die anfängliche Nervosität überwunden werden. Das Passspiel wurde sicherer, die taktischen Vorgaben des Trainerteams um Daniel Joest wurden umgesetzt und die DJK sollte belohnt werden. Dennis Schiffer steht frei vor dem gegnerischen Tor in mittlerer Position und wird von Ilari Suuronen angespielt. Eine Gelegenheit, die sich der ehemalige Kapitän der DJK nicht nehmen ließ. Kopf hoch, eine kurze Drehung und den Spielstand auf 1:2 verkürzt. Es versprach ein spannendes Spiel zu werden.

Doch genau 20 Sekunden später der erste große Aufreger des Spiels. Der Schiedsrichter zeigte eine 5-Minutenstrafe gegen die DJK an. Es traf Mark Jones, den die Schiedsrichter eines zu hohen Stocks bezichtigten und ihn für 5 Minuten auf die Strafbank setzten. Der unerfahrene DJK-Fan würde jetzt in Panik verfallen, da er weiß, dass eine 5 Minutenstrafe selbst durch ein Gegentor nicht aufgehoben werden kann. Doch der eingefleischte DJK-Fan ist sich der Unterzahlstärke unserer Mannschaft bewusst und den daraus häufig resultierenden Unterzahltoren für die DJK. Doch die Laufleistung von Suuronen und Schiffer sollten im Unterzahlblock nicht belohnt werden. Der Torwart der Bremer und der Torrahmen  des Bremer Tors verhinderten den Ausgleich mehrmals kurz hintereinander. Zusätzlich konnten die Bremer den defensiven Abwehrblock der DJK nicht überwinden und so wurde diese erste 5 Minutenunterzahl auf beiden Seiten torlos überstanden. Dennoch waren die Bremer jetzt wieder im Spiel und belohnten sich kurz nach Ablauf der Strafe mit dem 1:3 7 Minuten vor der Drittelpause.

Mit diesem Spielstand ging es auch in den zweiten Spielabschnitt. Angeheizt durch die Fans und den unnötigen Rückstand startete die DJK furios ins zweite Drittel. Genau 4 Sekunden gespielt und Dennis Schiffer sorgte für den Anschlusstreffer und überraschte Gesichter bei Bremer Fans und Spieler. Doch das Momentum sollte nicht lange auf Seiten der DJK sein. Eine 2 Minutenstrafe gegen DJK-Kapitän Alex Sagafe wegen hohem Stock nutzte der Bremer Überzahlblock zum zwischenzeitlichen 2:4. Aber das Spiel war noch lange nicht entschieden und sollte noch einige Überraschungen bieten. Torszenen auf beiden Seiten stellten die Nerven der anwesenden Zuschauer auf den Prüfstand. Fast wäre der DJK der Anschlusstreffer gelungen, allerdings war dieser nicht regelkonform erzielt worden und das Schiedsrichtergespann entschied auf Schutzraumvergehen und Freischlag für Bremen. Das zweite Drittel war geprägt von fairer körperlicher Härte und gutem Pressing bei beiden Teams. Viele Tormöglichkeiten wurden von beiden Torhütern zunichte gemacht.

Mit einem 2:4 Pausenstand ging es ins letzte Drittel. Die DJK startete wie bereits im 2. Drittel impulsiv und zielgerichtet, doch ein schneller Anschlusstreffer blieb der DJK noch verwehrt. Es folgte der Aufreger des Spiels: Ein Bremer Spieler hinterlief abseits des Spielgeschehens DJK-Verteidiger Kevin Strauss. Laut Sonderbericht des Schiedsrichtergespanns folgte nun eine aktive Trittbewegung von Kevin Strauss in Richtung des gegnerischen Spielers, ohne ihn dabei zu treffen. Die Schiedsrichter entschieden auf eine rote Karte und eine Matchstrafe 3, was für die DJK weitere 5 Minutenunterzahl bedeutete. Doch auch in dieser Unterzahl zeigte sich die mentale Stärke des DJK-Teams. Durch einen unbändigen Willen und eine enorme Laufbereitschaft konnte auch diese Unterzahl ohne Gegentor überstanden werden. Für viele Zuschauer war nur durch ein genaues Durchzählen erkennbar, dass die DJK hier mit einem Spieler weniger agierte. Und so wurde die überstandene Unterzahl kurze Zeit später belohnt. Nach einer 2 Minutenstrafe gegen Bremen zeigte die DJK ihre Überzahlqualitäten. Nils Hofferbert spielte auf unseren finnischen Topscorer Ilari Suuronen und dieser ließ sich die Chance zum erneuten Anschlusstreffer nicht nehmen. Die Spannung im Schuhkarton war bis zum Zerreißen gespannt und die Zuschauer erlebten ein ungemein packendes Floorballspiel, das alles hatte was das Floorballherz höher schlagen ließ. Die DJK wollte nun das Momentum nutzen und den Ausgleich erzielen. Doch die entstandenen Chancen wurden nicht genutzt und so erzielte Bremen 5 Minuten vor Ende das 3:5. Nach einer Auszeit von Holzbüttgen spielten die Bremer ihre ganze Klasse aus. Das frühe Pressing wurde belohnt und die Bremer konnten auf 3:6 erhöhen. DJK-Stürmer Matthias Sieling wollte diesen Spielstand aber nicht unkommentiert lassen und so wurde 3 Minuten vor Schluss das Spiel durch das 4:6 auf Vorlage von Dennis Schiffer noch einmal spannend gemacht. Die DJK nahm nun ihren gewohnt herausragenden Torwart Jan Saurbier zu Gunsten eines 6. Spielers vom Feld und stürmte weiterhin das Tor der Bremer. Doch dieser letzte Kampfgeist sollte nicht belohnt werden und so endete ein spannendes Floorballspiel mit 4:6 für Eiche Horn Bremen.

Ein Bild, das Bände spricht: Schlüsselspieler der Partie wurden DJK-Stürmer Ilari Suuronen und der Bremer Goalie (!!) Louis Schaidl
Ein Bild, das Bände spricht: Schlüsselspieler der Partie wurden DJK-Stürmer Ilari Suuronen und der Bremer Goalie (!!) Louis Schaidl [Foto: Eiche Horn Bremen]
Den Zuschauern wurde ein hochklassiges Floorballspiel geboten, das die DJK trotz zweier großer Strafen auf Augenhöhe mitspielen konnte.

Es sei erwähnt, dass auch den gegnerischen Fans und Spielern der lautstarke Support der mitgereisten DJK-Fans wieder einmal nicht unbemerkt blieb und die DJK gerade wegen ihrer Fans sich als feste Größe in der 2. Floorballbundesliga Nord / West etabliert hat.

Wir bedanken uns bei allen Fans, die uns live vor Ort oder über den Live-Ticker die Daumen gedrückt haben.

 

Damit stellt sich die aktuelle Tabelle um die Spitzenplätze wie folgt dar:

Pl. Mannschaft Sp. S U N SDS SDN Tore Tordiff. Pkt.
1 TV Eiche Horn Bremen 15 13 1 0 1 0 110 : 50 60 42
2 DJK Holzbüttgen 15 11 0 4 0 0 102 : 59 43 33
3 Blau-Weiß 96 Schenefeld 14 10 0 2 1 1 90 : 54 36 33
4 Dragons Bonn 14 8 1 3 0 2 81 : 77 4 27

 

Eiche Horn Bremen erkämpft sich mit dem Sieg gegen die DJK Holzbüttgen die Meisterschaft in der Staffel Nord / West. Schenefeld wird noch gegen Münster und Kiel spielen und kann mit 2 Siegen die Saison aus eigener Kraft auf dem 2. Tabellenplatz abschließen. Bonn erwartet im 15. Saisonspiel Hannover zu Gast, bevor es zum Saisonabschluss nach Holzbüttgen geht.

Am Sonntag, dem 3. April treffen in der Stadtparkhalle Kaarst die DJK Holzbüttgen und die SSF Dragons Bonn zum Saisonfinale gegeneinander an. Nach den bereits gut besuchten Heimspielen der DJK Holzbüttgen in dieser Saison wird die Marke von 1.000 Zuschauern in einer Saison in diesem Spiel fallen.

Wir freuen uns auf dieses große Saisonfinale und werden mit Ihrer Hilfe unsere Heimspielarena in den gewohnten Hexenkessel verwandeln.

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