Zwei Siege in der Verlängerung sichern der DJK die Teilnahme an den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft

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Wichtige Tore sichern wichtige Punkte. Die Freude darüber war groß (Foto: René Thönnißen)

Für die DJK stand am vergangenen Karnevalswochenende mit dem 20. und 21. Spieltag ein Doubleheader an, der es wirklich in sich hatte. Zunächst ging es am Samstag im Heimspiel in der Stadtparkhalle Kaarst gegen den Tabellendritten ETV PiranhhasHamburg, bevor es dann am Sonntag zum Tabellenführer und amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger nach Weißenfels ging. 

Mit nur einem Sieg aus den verbleibenden Partien der regulären Saison, hatten die Holzbüttger die große Gelegenheit sich vorzeitig für die Playoffs zu qualifizieren. Um den Druck nicht mit zum Branchenprimus nach Weißenfels nehmen zu müssen, wollte man die noch fehlenden Punkte natürlich möglichst direkt gegen die Piranhhas aus Hamburg einfahren. 

Das aber in dieser Saison ein Sieg gegen Hamburg alles andere als einfach wird, musste man vor ein paar Wochen im Hinspiel leidvoll erfahren, als man sich bei den Piranhhas mit 4:9 geschlagen geben musste. Auf der anderen Seite zeigen die Hamburger auswärts häufig ein anderes Gesicht. Auf fremden Parkett gelang erst ein Sieg.

Die vollen Ränge sorgten für eine großartige Stimmung in der Halle (Foto: René Thönnißen)

Die Anfangsminuten der Partie waren dann auch von gegenseitigem Respekt geprägt. Beide Mannschaften waren um Sicherheit im Aufbauspiel bemüht und bei Ballverlusten konzentriert in der Rückwärtsbewegung. Entsprechend gab es nur wenige Abschlussmöglichkeiten auf beiden Seiten. Es dauerte schließlich bis zur 17. Minute als die Hamburger eine kleine Unachtsamkeit der Holzbüttger mit einem Tor bestrafen konnten. Zu viele Augen waren auf den Ball gerichtet und so übersah man den völlig freistehenden Hamburger Angreifer, der dann auch eiskalt verwandeln konnte. Das Gegentor hat aber das Spiel der Holzbüttger gar nicht groß beeinflusst. Man versuchte weiter am sicheren Aufbauspiel festzuhalten, um den Hamburgern möglichst wenig Kontermöglichkeiten zu bieten. Eine Zeitstrafe der Hamburger wegen Stoßens in der 19. Minute haben die Holzbüttger dann aber gleich zu mehr Pressingaktionen genutzt. In der 20. Minute war es Abwehrspieler Niko Pikkarainen, der sich mit nach vorne schlich und eine scharfe Hereingabe von Niilo Klytseroff im Tor unterbringen konnte. So ging es dann auch mit einem 1:1 in die erste Drittelpause.

Die Geschichte des 2. Drittels ist schnell erzählt. Im Grunde setzten beide Mannschaften ihr konzentriertes und eher auf Sicherheit bedachtes Spiel fort. Die wenigen Chancen konnten geblockt oder durch die Torhüter entschärft werden und auch eine 2-Minuten-Strafe gegen die DJK in der 17. Minute konnte souverän verteidigt werden. 

Das letzte Drittel musste also die Entscheidung bringen. Und auch wenn sich die Spielanlagen beider Teams nicht wesentlich änderten, kam es nun zu deutlich mehr Offensivaktionen. Zunächst waren es die Hamburger in der 4. Minute, die mit 1:2 in Führung gehen konnten, bevor dann Nils Hofferbert mit einem Distanzschuss in der 10. Minute zum 2:2 für die DJK ausgleichen konnte (Vorlage Lasse Vallema). Die Freude über den Ausgleich währte allerdings nicht lange. Knapp 30 Sekunden nach Wiederanpfiff konnten erneut die Hamburger in Führung gehen. Genau diese Situation, wollten die Holzbüttger eigentlich vermeiden. Man wollte hier unbedingt etwas Zählbares mitnehmen und jetzt musste man einem Rückstand hinterherlaufen und seine defensive Grundordnung mehr und mehr aufgeben. Dadurch kamen zwar auch die Grün-Weißen zu einigen Abschlüssen aber auch die Hamburger zu ihren Kontern, die man das ganze Spiel über kaum zugelassen hatte. 

In der 18. Minute nahm die DJK bei einer Auszeit dann noch den Torhüter raus um mit einem Feldspieler mehr auf den Ausgleich zu drängen. Und der sollte dann tatsächlich auch noch fallen. Knapp 30 Sekunden vor dem Schlusspfiff war es erneut Niko Pikkarainen, den es nicht mehr hinten gehalten hat und mit einem abgefälschten Schuss zum 3:3 traf (Vorlage Nils Hofferbert). 

Mit dem Ergebnis ging es dann auch in die Verlängerung, bei der das erste Tor über Sieg und Niederlage entscheidet. Leider mit dem großen Handicap, dass mit dem Schlusspfiff noch eine 2-Minuten-Strafe gegen den Holzbüttger Lasse Vallema wegen Stockschlags ausgesprochen wurde. Holzbüttgen musste also zunächst in Unterzahl die Verlängerung bestreiten. Und das gelang erneut sehr gut. Nicht nur, dass man defensiv standgehalten hat, man konnte sogar einen Gegenangriff mit dem entscheidenden Tor zum 4:3 abschließen. Jannik Heinen konnte in der 2. Minute der Verlängerung das Zuspiel von Nils Hofferbert mit einem schönen Schuss aus der Drehung nutzen und erzielte den Siegtreffer.

Jubel nach dem Siegtreffer zum 4:3 Endstand, durch #7 Jannik Heinen (l.h.), nach Vorlage von #8 Nils Hofferbert (m.v.) (Foto: René Thönnißen)

Und dieses Tor brachte dann auch die ersehnten Punkte, um sicher an den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft teilzunehmen. Entsprechend groß war die Freude unter den 233 Zuschauern, die den Weg, trotz des karnevalistischen Treibens im Rheinland, in die Stadtparkhalle gefunden haben. 

Den Weg nach Weißenfels zum UHC nur einen Tag später konnte man also ohne den Druck, unbedingt punkten zu müssen, antreten. Nach der erfolgreichen Qualifikation für die Playoffs nutzten die Holzbüttger dann auch die Gelegenheit einigen angeschlagenen oder kürzlich erst wieder genesenen Spielern eine kleine Auszeit zu gönnen. Das leicht dezimierte Team der DJK besann sich dann auch der erfolgreichen Taktik vom Vortag und versuchte vor allen Dingen ruhig aufzubauen und lauerte auf Kontermöglichkeiten. 

Im ersten Drittel hielt man auch richtig gut dagegen. Man konnte zunächst sogar durch Leo Häfner nach guter Vorarbeit vom Debütanten Philip Firsbach in der 3. Spielminute mit 0:1 in Führung gehen und verteidigte anschließend mit allen Kräften, während Nils Hofferbert immer wieder auf Konterchancen lauerte. Es dauerte bis zur 18. Minute, ehe der UHC mit einem starken und verdeckten Schuss zum 1:1 Ausgleich kam mit dem es dann auch in die Pause ging. 

Im zweiten Drittel wurde der Druck des UHC dann immer stärker aber Holzbüttgen versuchte weiter dagegen zu halten. Die Führung der Heimmannschaft war eigentlich nur eine Frage der Zeit aber immer wieder scheiterte man am sehr gut aufgelegten Goalie der Holzbüttger, Jan Saurbier. Vielleicht auch bedingt durch die wenigen Wechselmöglichkeiten – mit Lasse Vallema fiel im Verlauf der Partie ein weiterer Spieler verletzt aus – kam es dann zwischen der 11. und 13. Spielminute zu einer Phase in der der Druck zu groß wurde. In nur drei Minuten konnten die Weißenfelser auf 4:1 stellen. Überraschend nahm dann der Coach der Holzbüttger, Joel Heine, bereits in dieser Situation seine Auszeit, konnte damit das Spiel aber tatsächlich wieder etwas beruhigen. Die Defensive war wieder geordneter und es bleib beim 4:1 bis zur nächsten Pause. 

Im dritten Drittel waren es dann die Holzbüttger die eine sehr gute Phase erwischten. Das Lauern auf Kontermöglichkeiten zahlte sich jetzt aus. In der 2. Minute war es Nils Hofferbert, in der 3. Minute Leo Häfner (Vorlage Moritz Neustadt) und in der 5. Minute erneut Nils Hofferbert (Vorlage Maximilian Groß) die zum 4:4 ausgleichen konnten. Selbst zwei Überzahlsituationen konnte der UHC nicht nutzen und so ging es wie schon am Vorabend in die Verlängerung. 

Diese begann die DJK mit einer kleinen Überraschung. Der bisher sichere Rückhalt Jan Saurbier machte im Tor Platz für Jonah Koop. Und nach einer starken Druckphase des UHC war es ausgerechnet der neue Goalie, der in der 6. Minute der Verlängerung mit einem präzisen Abwurf einen erneuten Konter der DJK einleitete, den Nils Hofferbert unnachahmlich mit dem Siegtreffer abschließen konnte. 

Der Spieler des Spiels, Nils Hofferbert, nach dem Spiel: „Weißenfels hat das gesamte Spiel über die Kontrolle gehabt und wir wollten Nadelstiche setzen. Wir wussten, dass es richtig schwer wird, nicht nur weil wir gegen die beste Mannschaft Deutschlands spielen, sondern auch weil wir so einen dezimierten Kader hatten.“ Auf die Frage, was man nach diesem Wochenende mit in die Playoffs nehmen kann, sagte er, „wir wissen jetzt, dass wir scheinbar jede Mannschaft in der Liga schlagen können, das fühlt sich sehr gut an. Wenn wir das so mitnehmen, kann das noch eine sehr gute Saison werden für uns.“ 

Das war also insgesamt ein überragendes Wochenende für die DJK. Zwei Siege in der Verlängerung gegen zwei Top-Teams der Liga, vier Punkte für eine gute Ausgangslage in den Playoffs, kein Gegentor in Unterzahl sollten der DJK ausreichend Selbstvertrauen für das letzte Spiel der regulären Saison geben, bei dem es am kommenden Samstag um 18 Uhr in der Stadtparkhalle Kaarst zu einem direkten Duell mit den Floor Fighters Chemnitz um das Heimrecht in den Playoffs kommt.