Start Allgemein Dramatisches Playoff-Aus für die DJK Holzbüttgen in Weißenfels

Dramatisches Playoff-Aus für die DJK Holzbüttgen in Weißenfels

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Rekordnationalspieler Tim Böttcher ringt mit DJK-Kapitän Hofferbert (Foto: Rene Thönnißen)
Rekordnationalspieler Tim Böttcher ringt mit DJK-Kapitän Hofferbert (Foto: Rene Thönnißen)

Die DJK Holzbüttgen hat den Einzug ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft im Floorball denkbar knapp verpasst. Am Osterwochenende musste sich das Team von Trainer Simo Leppänen in der Viertelfinalserie beim UHC Sparkasse Weißenfels nach zwei hochdramatischen Spielen geschlagen geben. Nach dem Auftaktsieg in eigener Halle gingen beide Partien in Weißenfels jeweils mit nur einem Tor Unterschied an den Deutschen Rekordmeister. (Bericht: Michael Mülhöfer)

Im zweiten Spiel der Best-of-Three-Serie entwickelte sich am Ostersamstag vor 317 Zuschauern in der Westhalle erneut ein intensives Duell auf Augenhöhe. Die DJK erwischte dabei den besseren Start und ging durch Treffer von Jarno Pensikkala und Konrad Paul verdient mit 2:0 in Führung. Noch vor der ersten Pause verkürzte Weißenfels jedoch auf 1:2.

Auch im zweiten Drittel präsentierte sich Holzbüttgen zunächst stabil und baute die Führung durch einen weiteren Treffer von Konrad Paul auf 3:1 aus. Doch der Serienmeister zeigte seine Qualität und kämpfte sich zurück ins Spiel. Innerhalb weniger Minuten gelang zunächst der Anschluss, wenig später sogar der Ausgleich. Trotz einer Auszeit von DJK-Coach Leppänen kippte die Partie zwischenzeitlich, und Weißenfels ging erstmals in Führung. Die DJK hielt jedoch dagegen und kam durch Leo Häfner zum wichtigen Ausgleich. In einer weiterhin offenen Begegnung entwickelte sich ein Schlagabtausch, in dem beide Teams erneut erfolgreich waren, sodass es mit einem 5:4 für den UHC in das Schlussdrittel ging.

Dort gelang Holzbüttgen in der neunten Minute der erneute Ausgleich: Moritz Neustadt nutzte eine Überzahlsituation zum 5:5. Alles deutete bereits auf eine Verlängerung hin, doch es kam anders. Mit dem allerletzten Schuss und nur noch einer Sekunde auf der Uhr erzielte Weißenfels den vielumjubelten Siegtreffer zum 6:5 und glich die Serie damit aus.

Im entscheidenden dritten Spiel am Ostersonntag erwischten diesmal die Gastgeber den besseren Start. Früh ging Weißenfels mit 2:0 in Führung und setzte die DJK zunächst stark unter Druck. Holzbüttgen tat sich schwer, ins Spiel zu finden, kämpfte sich jedoch zurück. Jarno Pensikkala erzielte in Überzahl den wichtigen Anschlusstreffer kurz vor der ersten Drittelpause.

Im zweiten Abschnitt entwickelte sich erneut das gewohnt enge Spiel. Zunächst glich Leo Häfner zum 2:2 aus, doch die Antwort der Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten. Wiederum nur wenig später stellte Joona Heiskanen nach schönem Zusammenspiel mit Niko Latvakoski den Ausgleich her. In der zwölften Minute brachte Konrad Paul die DJK dann erstmals in Führung, als er einen Abpraller nach einem Schuss von Kapitän Nils Hofferbert verwertete.

Kurz vor Ende des Drittels sorgte eine umstrittene Szene für zusätzlichen Gesprächsstoff: Ein Treffer von Heiskanen wurde wegen eines vermeintlich hohen Stocks aberkannt – eine Entscheidung, die aus Sicht der DJK äußerst fragwürdig war und dem Spiel möglicherweise eine andere Wendung hätte geben können.

So ging es anstatt mit einer Zwei-Tore-Führung mit einem Mann weniger in das Schlussdrittel, da Heiskanen auch noch eine überzogene Zeitstrafe wegen Reklamierens erhielt, die aber ohne Folgen blieb. Es blieb auch so weiterhin hochspannend. Weißenfels glich dann ausgerechnet durch den ehemaligen Holzbüttger Mikael Mähönen zum 4:4 aus. In der Folge erspielten sich beide Teams Chancen auf die Entscheidung, doch weder die Gastgeber noch die Gäste konnten diese nutzen.

So musste – wie bereits im ersten Spiel der Serie – die Verlängerung entscheiden. Mehr Crunch Time ging wirklich nicht. Und dort nutzte Weißenfels schließlich einen kleinen Fehler im Aufbauspiel der DJK und erzielte den entscheidenden Treffer zum 5:4-Endstand.

Damit endet die Saison für die DJK Holzbüttgen nach einer äußerst intensiven und hochklassigen Viertelfinalserie. Trotz des bitteren Ausscheidens zeigte das Team, dass es mit den Topmannschaften der Bundesliga auf Augenhöhe agieren kann und dem Favoriten aus Weißenfels alles abverlangte.

Kapitän Nils Hofferbert fand nach der Partie anerkennende Worte für den Gegner, betonte jedoch zugleich die knappe Entscheidung: Wenn eine Mannschaft in solchen Spielen immer wieder das entscheidende Tor erzielt, sei dies letztlich auch Ausdruck von Qualität. Frei nach dem Motto „Immer Glück ist Können“.

Für die DJK gilt es nun, die positiven Erkenntnisse aus der Saison mitzunehmen. Besonders die Leistungsdichte in den ersten Reihen bestätigte die Wettbewerbsfähigkeit auf höchstem Niveau. Perspektivisch wird es jedoch entscheidend sein, die Kadertiefe weiter auszubauen. Positiv hervorzuheben ist dabei die Entwicklung junger Spieler, die im Saisonverlauf zunehmend Verantwortung übernehmen konnten.