Floorball in Zeiten der Coronakrise

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Leere Halle, keine Spiele, kein Training - Halle am Bruchweg

Trotz Einschränkungen geht die Arbeit in der Floorballabteilung weiter. Ein kurzer Überblick sowie Interviews mit Verantwortlichen des Bundesligateams.

Die Folgen der immer noch andauernden Coronakrise zeigten sich insbesondere im Sport schnell. Noch bevor in Deutschland das allgemeine Kontaktverbot in Kraft trat, wurden bundesweit Großveranstaltungen untersagt. Hiervon war auch das eigentlich am 21. und 22. März in Berlin stattfindende Final4 des Floorball Deutschland-Pokals betroffen. Mit der Absage ging es dann Schlag auf Schlag. Am 13. März folgte direkt die Einstellung des Spielbetriebs in allen FBL-Ligen sowie in den NRW-Ligen. Nachvollziehbare Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und zum Schutz der Risikogruppen. Dennoch sportlich ein schwerer Schlag, da die Bundesligamannschaft der DJK Floorballabteilung nicht nur das Final4 sondern auch die Play-Offs zur deutschen Meisterschaft bereits erreicht hatten.

Mit Abbruch des Spielbetriebs folgte zeitgleich ein weiterer Schritt zur Risikominimierung. Der Trainingsbetrieb der DJK Holzbüttgen wurde in Abstimmung mit allen Verantwortlichen ebenfalls vorübergehend eingestellt. Und das tratditionell in den Osterferien stattfindende FLOC für Kinder und Jugendliche musste auch abgesagt werden. Mittlerweile haben der Vorstand von Floorball Deutschland und die Landesverbände auch die Entscheidung getroffen, sämtliche Vor- und Endrunden für das Jahr 2020 abzusagen.

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Keine Meister, kein Pokalsieger, kein Spielbetrieb, kein Training. Der Floorball ruht, und das bereits seit fast vier Wochen. Nichtsdestotrotz ging die Arbeit im Hintergrund weiter. Unter den derzeitigen Vorraussetzungen und Einschränkungen hielt der Vorstand der DJK Floorballabteilung am 26.03. zum ersten Mal ein Vorstandstreffen als rein digitale Videokonferenz ab. Im gleichen Rahmen folgte eine Woche später der Sport AK. Anfänglichen Zweifeln folgten konstruktive Diskussionen. Nächste Schritte wurden koordiniert und weitere Aufgaben verteilt. So ist für spätestens ab Sommer eine neue U13 Mädchengruppe geplant. Und für die Zeit bis zur Rückkehr zum Trainingsbetrieb konnte die Abteilung ihren Mitgliedern bereits einen kleinen DJK-Floorball-Übungsplan für zu Hause bereitstellen. Denn nach dem Abbruch der Saison ist vor der neuen Saison.

Auch die Veranwortlichen für das Bundesligateam der DJK Holzbüttgen sind weiterhin aktiv. Wir haben mit Teammanagerin Sandra Oetting und Teamkapitän Janos Bröker gesprochen.


Teammanagerin Sandra Oetting

Wie ist man bei Bekanntgabe der Spielabsagen bzw. der Absage des Final4 mit der Situation umgegangen?

Wir wollten lange nicht wahrhaben, dass die Situation sich so ernst entwickelt, dass das Final4 tatsächlich abgesagt werden wird. Kurz vor unserem letzten regulären Spieltagswochenende war dann klar, dass die so schön bis ins Detail geplante Tour nach Berlin als Höhepunkt der Saison und als  I-Tüpfelchen für unsere treuen Fans, die zahlreich gebucht hatten, nicht stattfinden kann. Natürlich war die Enttäuschung im Team besonders groß, dass die Saison so abrupt endet. Wenn man sich die Situation momentan anschaut, ist aber klar, dass die Entscheidung zwingend nur so getroffen werden konnte. So viel Arbeit, wie das Orga-Team in Berlin investiert haben muss, freut es mich, dass es in 2021 eine Neuauflage in Berlin geben wird, hoffentlich auch wieder mit Holzbüttgener Beteiligung.

Wie arbeitet und kommuniziert man derzeit im Verein?

Da wir uns nicht mehr persönlich treffen können, kommen wir momentan nur in den Genuss von Videomeetings. Das klappt jedoch sehr gut. Bedeutend vereinfacht hat sich auf jeden Fall die Terminsuche, dadurch dass alle Beteiligten immer abends zu Hause sind. Unsere bestehende Meetingstruktur mit wöchentlichen und monatlichen Meetings können wir so problemlos wie geplant aufrecht erhalten.

Welche Aufgaben warten zurzeit auf dich?

Natürlich ist es für mich persönlich durch den Entfall sämtlicher Playoffspiele gerade viel ruhiger geworden. Was aber auch gut ist, da nun andere Aufgaben durch den Schulentfall der Kinder in den Vordergrund rücken. Und gerade die lange spielfreie Zeit nun sollte genutzt werden, um ein paar Punkte von der To-Do-Liste anzugehen, die sonst im Trubel der Saison zu kurz kommen.
Viele andere arbeiten auch trotz Corona-Pause und ruhendem Trainingsbetrieb weiterhin mit ungebremstem Einsatz für den Verein.

Gibt es bereits Planungen für die nächste Saison?

Die zwangsläufig ruhige Phase nutzen wir aktuell, um zu überlegen, wie wir uns bestmöglich für die nächste Saison aufstellen können. Im Trainerteam gibt es momentan viele Gespräche, um sowohl interne Abläufe zu optimieren als auch die Teamentwicklung für die kommende Saison in die richtigen Bahnen zu lenken. Zwar gibt es schon einige Spielerzusagen für die nächste Saison, leider stehen aber auch schon ein paar Abgänge fest. Diese wollen kompensiert werden. Der Terminkalender für die Saisonvorbereitung wird erarbeitet, es soll Try-Outs, Trainings- und Freundschaftsspiele geben und neben dem Renew-Cup möchten wir gerne noch ein weiteres Vorbereitungsturnier spielen. Dafür muss aber erst einmal wieder Normalität einkehren.
Also, bleibt alle zu Hause, damit wir uns alle bald in der Halle wiedersehen können!

Sandra, wir danken dir für dieses Interview!


Kapitän der 1. Herrenmannschaft Janos Bröker

Wie geht man mitten auf dem Höhepunkt der Saison mit dem Abbruch der Spielzeit um?

Es ist eine einmalige Situation für uns alle. Eine Saison vor den Play-Offs zu beenden ist natürlich sehr schade, da man die ganze Saison dafür gearbeitet hat. Trotzdem war es eine richtige und vernünftige Entscheidung die Saison frühzeitig zu beenden und auch das Final4 abzusagen. Die Gesundheit aller Spieler und Verantwortlichen geht vor. Wir hoffen natürlich alle, dass die nächste Saison wieder vollständig und ohne Probleme gespielt werden kann!

Wie sieht derzeit der sportliche Alltag für dich als Bundesliga- und Nationalspieler aus? Hältst du dich irgendwie fit?

Momentan sieht der Trainingsplan nicht besonders spektakulär aus. Da es quasi wie eine vorgezogene Sommerpause ist. Natürlich halte ich mich fit und mache unterschiedliche Fitness- und Laufeinheiten. Vor allem geht es momentan darum, seine Grundfitness und Technik beizubehalten oder zu steigern. Ziel ist es fit in die Saisonvorbereitung zu starten.

Gibt es Kontakt zum Trainerteam? Wenn ja, welchen Input erhalten du und das Team? Welchen Austausch gibt es?

Momentan ist es wie eine vorgezogene Sommerpause. Wir haben von unserem Physio Tom einen Wochenplan zum Fitnesstraining bekommen. Ansonsten ist der Austausch mit dem Trainerteam derzeit eher gering. Je näher wir dem Sommertraining kommen oder falls es neue Entwicklungen gibt, werden wir wieder regelmäßigaren Kontakt haben.

Wie stellt sich die derzeitige Kommunikation mit deinen Mitspielern dar?

Wir hatten letzte Woche eine große Videokonferenz unter den Spielern, um Samu [Pietilä, Anm. d. Red.] zu verabschieden, da er zurück nach Finnland geflogen ist. Es war eine gute Idee und war schön sich mal wieder auszutauschen. Ich bin mir sicher, dass wir sowas auch häufiger machen werden.

Wie gestaltest du deine Rolle als Kapitän, um jetzt den Teamgeist zu stärken? Gibt es andere spezielle Aufgaben derzeit?

Momentan ist es was das angeht eher ruhig, aber wir versuchen über Videochats und Whatsapp in Kontakt zu bleiben. Auf diesem Weg möchte ich mich dann noch im Namen der Mannschaft bei unserem Trainerteam und dem restlichen Staff bedanken. Ohne euren Einsatz wäre vieles nicht möglich gewesen. Auch dem Verein und den Sponsoren möchten wir für die Unterstützung und ihr Engagement danken. Und zu guter Letzt vor allem bei unseren Fans, die uns durch die ganze Saison unterstützt haben. Wir hoffen natürlich, dass ihr alle gesund bleibt und wir nächste Saison wieder auf euch zählen können.

Dem kann sich die gesamte Floorballabteilung nur anschließen. Danke, Janos!