U15 Juniorinnen der DJK Holzbüttgen werden sensationell Vizemeister

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Oben v.l.n.r.: Trainer Peter Hahnen, Theresa Hahnen, Charlotte Haack, Lennja von der Heiden, Lea Kaltwasser, Maria Zwigart, Greta Konnertz, Malina Kosminder, Henriette Willuhn, Trainerin Pia Saurbier, Trainerin Regina Safenreider. unten v.l.n.r.: Lene Haas, Lara Kost, Carina Krekeler, Johanna Bromberger, Hanna Haas, Mathilda Reinecke (Foto: DJK Holzbüttgen)

Unsere U15 Juniorinnen gewinnen bei der Deutschen Meisterschaft am 29./30.06.2024 in Jena nach einem überragenden Turnierverlauf die Silbermedaille! Im Finale unterlagen sie den Gastgeberinnen der SG Saalemädels mit 2:9. Damit krönten unsere Mädchen eine außergewöhnliche Saison und schreiben ein neues Kapitel Vereinsgeschichte! (Bericht: Mike Krekeler)

Es machte sich bezahlt, dass das Team diese Endrunde mit der nötigen Lockerheit, aber auch mit Lehren aus dem ein oder anderen Fehler in der Vergangenheit angegangen ist. So stand am Freitag noch ein gemeinsames Abendessen an und sorgte bei den Spielerinnen für die nötige Entspannung nach einer fünfstündigen Anreise bis Jena. Trotzdem hatte man bei den Mädchen von Anfang an den Eindruck, dass es nicht bei einer schönen Städtereise bleiben sollte, sondern der Fokus auf eine möglichst gute Platzierung gelegt wurde.

Am Samstag standen dann für unsere Mädels die Gruppenspiele mit den Gegnerinnen SG Saalemädels, Piranhhas Hamburg und Floorball Freunde Naumburg an. Bis auf die Piranhhas waren die beiden anderen Mannschaften für uns unbeschriebene Blätter, da wir sie noch nie spielen gesehen haben.

Als Auftaktgegner musste die DJK Holzbüttgen gegen ebenjene Hamburger antreten. Von Beginn an agierten unsere Spielerinnen äußerst konzentriert, waren doch in der zurückliegenden Saison die ersten Minuten häufig etwas verschlafen und mit Rückständen bestraft worden. Diesmal war die Konzentration aber regelrecht spürbar und die 1:0 Führung nach einem schönen Alleingang von Mathilda Reinecke in der 6. Minute gab der Mannschaft zusätzliche Sicherheit. Nur eine Minute später konnte Lea Kaltwasser eine gute Vorarbeit von Henriette Willuhn nutzen und mit einem Schuss ins lange Eck auf 2:0 erhöhen. Die Hamburgerinnen, die etliche technisch sehr versierte Spielerinnen in ihren Reihen hatten, versuchten in der Folgezeit immer wieder ihr Kombinationsspiel aufzuziehen, um den Druck zu erhöhen. Aber die DJK schaffte es mit kluger Staffelung in der Defensive, dass die gegnerischen Stürmerinnen dort frühzeitig gestoppt wurden und kam dadurch immer wieder zu gefährlichen Kontern. In der 17. Minute eroberte Mathilda Reinecke erneut einen Ball in der eigenen Hälfte und konnte überlegt auf die in der gegnerischen Hälfte freigelaufene Greta Konnertz passen, die aus spitzem Winkel schön ins lange Eck zum 3:0 Pausenstand traf. In der zweiten Hälfte machten es unsere Mädels richtig clever und ließen den Gegner nach eroberten Bällen durch teilweise wunderschönes Kombinationsspiel mehr und mehr laufen. Am Ende dieses Spiels gab es ein Doppel-Kuriosum, nämlich dass in der zweiten Hälfte keine Tore mehr fielen und mit dem 3:0 Endstand auch insgesamt kein Gegentreffer zugelassen wurde. Daran hatten auch unsere beiden starken Goalies Hanna Haas und Malina Kosminder großen Anteil, die mit sehenswerten Paraden die gegnerischen Stürmer verzweifeln ließen.

Mit diesem Sieg hatten sich unsere Mädels ein gutes Polster in der Tabelle verschafft, da wir als nächstes gegen den absoluten Turnierfavoriten SG Saalemädels, eine Spielgemeinschaft aus mehreren Vereinen, antreten mussten. Und schnell wurde klar, dass in dieser Spielgemeinschaft das Beste aus drei Vereinen vertreten war. Die Saalemädels zogen innerhalb von 8 Minuten auf 5:0 davon, ehe Theresa Hahnen in der 10. Minute mit einem aus spitzem Winkel direkt verwandelten Freistoß auf 1:5 verkürzen konnte. Bis kurz vor der Pause bauten die Saalemädels ihren Vorsprung wieder auf 8:1 aus. In der 19. Minute traf Lennja von der Heiden mit einer sehenswerten Einzelaktion zum 2:8 Pausenstand. In der zweiten Hälfte hatten sich unsere Spielerinnen dann besser auf den Gegner eingestellt und ließen nur noch zwei Gegentore zum 2:10 Endstand zu.

Diese etwas zu hoch ausgefallene Niederlage wollten unsere Mädels aber nicht auf sich sitzen lassen und schalteten schnell wieder auf Optimismus um. Der letzte Gegner der Gruppenphase, die Floorballfreunde Naumburg, musste nun geschlagen werden, um aus eigener Kraft das Halbfinale zu erreichen. Die extrem schnelle 1:0 Führung schon nach 15 Sekunden durch Lea Kaltwasser und ein Doppelschlag zum 3:0 bis zur 7. Minute (Tore: Lea Kaltwasser, Theresa Hahnen) spielten unserem Team gut in die Karten, so dass der Anschlusstreffer der Naumburger nach einer 2-Minuten-Strafe gegen die DJK keinen Bruch in unserem bis dahin sehr dominanten Auftritt erzeugte. Weiterhin wurde hochkonzentriert das Angriffsspiel mit sehenswerten Kombinationen forciert, wodurch noch vier weitere Treffer durch Lea Kaltwasser (2x), Johanna Bromberger und Henriette Willuhn bis zur Pause von den vielen DJK-Fans auf der Tribüne bejubelt werden konnten. So ging unser Team mit einer völlig verdienten 7:1 Führung in die Pause. Da unsere Mädels für die Tabellenkonstellation auch beim Torverhältnis scheinbar nichts riskieren wollten, ließen sie in der zweiten Hälfte beim Offensivspiel nicht nach und bauten die Führung immer weiter aus. Acht weitere Treffer durch Lea Kaltwasser (3x), Lene Haas (2x), Theresa Hahnen (2x) und Carina Krekeler bei lediglich zwei Gegentoren folgten noch gegen die in allen Belangen unterlegenen, aber nie aufgebenden Naumburger.

Dieser auch in der Höhe beeindruckende Sieg bedeutete für die DJK Holzbüttgen die Gewissheit, dass das Halbfinale erreicht wurde und mindestens das Spiel um Platz 3 sicher war. Der Jubel bei unseren Spielerinnen, dem Trainer-Team und den Fans war dementsprechend groß. Damit war die von der Mannschaft selbst gewählte Vorgabe einer besseren Platzierung als der 5. Platz im letzten Jahr bei der U13 DM schon erfüllt worden.

Nach Abschluss der anderen Gruppe stand dann mit dem Floorball Club München als Gruppensieger unser Gegner fest. Die Münchnerinnen haben ihre Gruppe sehr eindrucksvoll mit drei klaren Siegen gewonnen und galten für das Halbfinalspiel gegen uns als eindeutige Favoriten. Zumal die Münchnerinnen im Ligabetrieb ausnahmslos in gemischten Teams mit Jungen antreten und so ein sehr körperbetontes, aggressives Spiel betreiben. Immer wieder war in der Halle bei den Zuschauern zu hören, dass es sicherlich auf ein Traumfinale Saalemädels gegen Floorball Club München hinauslaufen würde.
Ob dies eine Trotzreaktion bei unserem Team ausgelöst hat oder das abendliche gemeinsame „Hotel-Public-Viewing“ des spannenden Deutschland-Spiels bei der EM einen Motivationsschub gegeben hat?!? Oder aber die Unterstützungsvideos unserer Herren-Bundesliga-Spieler aus der Heimat?!? Jedenfalls hatten sich die DJK-Spielerinnen und das Trainer-Team um Peter Hahnen, Regina Safenreider sowie Pia Saurbier für den nächsten Tag einiges vorgenommen.

Unser Halbfinale war am Sonntag für 09:00 Uhr angesetzt, so dass das Team nach einem gemeinsamen Frühstück im Hotel und Shuttle-Transfer zur Halle voll fokussiert das anstehende Spiel gegen München angehen konnten. Und dieses Spiel sollte noch legendär für die DJK werden. Kurz vor Beginn der Partie mussten unsere Mädels einen psychologischen Rückschlag hinnehmen, weil die Mannschaftsführerin Mathilda Reinecke plötzlich gesundheitliche Probleme hatte und erst einmal auf der Bank Platz nehmen musste.

Die somit kurzfristig neu formierte „Starting four“ der DJK machte ihre Sache aber hervorragend und hielt dem hohen Anfangsdruck der sehr körperbetont spielenden Münchnerinnen stand. Die Chance auf eigene offensive Aktionen bot sich insbesondere im zweiten Block, was sich in dieser Partie noch als Schlüssel zum Erfolg entwickeln sollte. Theresa Hahnen nutzte dies in der 4. Minute zum Führungstreffer, der der Mannschaft zusätzlich Sicherheit gab. Selbst der Ausgleich der Münchnerinnen in der 8. Minute beeindruckte unsere Spielerinnen nicht. Ein Steilpass von Henriette Willuhn in den Torraum und das energische Stören von Greta Konnertz provozierte ein Eigentor zum 2:1 für die DJK in der 9. Minute.  Selbst ein Unterzahlspiel im Anschluss überstand die DJK ohne Gegentor. In der 15. Minute konnte unsere Abwehr-Spezialistin Carina Krekeler bei einem schnellen Konter einen Traumpass auf Johanna Bromberger spielen, die eiskalt zum 3:1 verwandelte. Das Spiel wurde nun immer spannender, weil die Münchnerinnen mit aller Macht versuchten, den schnellen Anschluss herzustellen. Dies gelang ihnen in der 17. Minute dann auch wieder mit ihrem starken 1. Block zum 2:3, was gleichzeitig auch der Halbzeitstand war.

Kaum auf dem Feld zurück musste unsere Mannschaft schon in der 2. Minute den erneuten Ausgleich hinnehmen. In einer Phase, in der jede Mannschaft auf einen Fehler des Gegners lauerte, erlaubte sich München einen Wechselfehler und erhielt eine 2-Minuten-Strafe. Das hervorragend aufgezogene Überzahlspiel schloss Lene Haas schon 30 Sekunden später mit dem Treffer zur 4:3 Führung in der 8. Minute ab. München erhöhte nun noch einmal das Tempo, was die DJK-Spielerinnen geschickt mit gefährlichen Kontern beantworteten. Bei einem dieser Konter konnte Lene Haas nur noch durch Stockschlagen am Torschuss gehindert werden, was mit einem Penalty für unser Team geahndet wurde. Nervenstark trat Theresa Hahnen an und vollendete mit einem unglaublich coolen Move und der Rückhand zum 5:3 in der 14. Minute. Nur eine Minute später nutzte die DJK wieder einen abgefangenen Angriff zum schnellen Umschaltspiel aus. Ein optimal dosierter Pass aus der Abwehr von Carina Krekeler auf die schnelle Lara Kost konnte diese lehrbuchartig auf die am langen Pfosten wartende Johanna Bromberger passen, die mit einer sehenswerten Direktabnahme zum 6:3 vollendete. In der Folgezeit machten unsere Spielerinnen die Räume in der eigenen Hälfte so eng, dass die Münchnerinnen immer wieder in der Abwehr hängen blieben. Selbst die Herausnahme des Goalies zu Gunsten einer vierten Feldspielerin in den letzten zwei Minuten brachte für München keinen Erfolg. So nutze Lene Haas einen Ballverlust und schoss aus der eigenen Hälfte in das leere Münchner Tor zum 7:3 Endstand. Als der Abpfiff ertönte, kannte der Jubel bei der DJK keine Grenzen. Spielerinnen und Trainer-Team lagen sich in den Armen und konnten es noch nicht fassen. Was vorher nur die kühnsten Optimisten für möglich gehalten hatten, war nun eingetreten: die U15 Spielerinnen der DJK Holzbüttgen stehen im Finale um die Deutsche Meisterschaft.

Im zweiten Halbfinale schlug die Spielgemeinschaft der Saalemädels die Berlin Rockets erwartungsgemäß mit 6:3, so dass es im Endspiel erneut zu einem Treffen gegen die mit den besten Spielerinnen aus drei Vereinen zusammengestellte Spielgemeinschaft aus dem Osten Deutschlands kam.

Für unsere Mädels war es dann ein einmaliges Erlebnis, nach dem professionellen Einlauf vorbei an den Cheerleadern und unter dem Jubel von mehreren hundert Fans einzeln aufgerufen zu werden und als Höhepunkt die Nationalhymne zu hören.
Leider lief das Finale nicht so, wie sich unser Team es gewünscht hätte. Schon in der 3. Minute geriet die DJK in den Rückstand. In der 5. Minute wurde dieser mit dem 0:2 noch größer und jedes Mal, wenn es aussah, als ob unsere Mannschaft so langsam in ihr Spiel findet, haben die Saalemädels mit ihren unglaublich dynamischen und technischen Fähigkeiten eiskalt zugeschlagen. So fiel in der 9. Minute das 0:3 und in der 13. Minute sogar ein Doppelschlag zum 0:4 und 0:5. Auch wenn sich dieser Spielstand sehr eindeutig anhört, so hatten unsere Spielerinnen mehrere sehr gute Chancen für einen Torerfolg, die aber allesamt von der bärenstarken gegnerischen Torhüterin pariert worden sind oder an Latte und Pfosten prallten. Erst in der 16. Minute wurden unsere Angriffsversuche durch einen sehenswerten Schuss von Mathilda Reinecke in den Winkel der langen Ecke belohnt. Doch das 1:5 hatte nur kurz Bestand, denn schon in der 17. Minute stellten die Saalemädels den alten Abstand durch das 6:1 wieder her, der sich bis zur Pause auch nicht mehr änderte.

Nach dem Seitenwechsel versuchte die DJK, das Ergebnis freundlicher zu gestalten, doch was in diesem Spiel für uns trotz etlicher Versuche immer mit viel Pech endete, klappte bei den Saalemädels regelmäßig. So fielen drei weitere Gegentreffer bis zum 1:9 in der 15. Minute. Kurz vor Schluss konnte Lea Kaltwasser dann noch mit einem schönen Solo zum 2:9 einen positiven Schlusspunkt setzen.

Zur wertvollsten Spielerin wurde im Anschluss bei der DJK unser Goalie Hanna Haas gewählt. Außerdem wurde Lea Kaltwasser trotz riesiger Konkurrenz bei dieser Leistungsdichte in das All-Star-Team des Turniers gewählt. Eine großartige Bestätigung, die stellvertretend für den Auftritt der ganzen Mannschaft in Jena gesehen werden kann.

Trotz der Finalniederlage und einem kleinen Moment der Traurigkeit kannte spätestens bei der Siegerehrung und dem Erhalt des Pokals sowie der wunderschönen Silbermedaillen der Jubel bei unseren Mädchen keine Grenzen mehr als es hieß: „2. Platz und damit Deutscher Vizemeister ist die DJK Holzbüttgen!“ Auch von den anderen Mannschaften und Zuschauern war immer wieder zu hören, was für eine grandiose Endrunde die DJK-Mädchen gespielt haben. Wir können zu Recht stolz auf diesen talentierten Jahrgang sein und hoffen, dass wir zukünftig noch häufiger von den Erfolgserlebnissen dieses tollen und sympathischen Teams berichten können.

Mit dieser Vizemeisterschaft hat unsere weibliche U15 nach der Deutschen Meisterschaft der Herren im Jahre 2022 den zweitgrößten Erfolg in der Vereinsgeschichte der DJK Holzbüttgen erreicht. Herzlichen Glückwunsch!!!

Zum erfolgreichen Vizemeister-Kader gehörten folgende Spielerinnen: Hanna Haas, Charlotte Haack, Carina Krekeler, Johanna Bromberger, Greta Konnertz, Lara Kost, Lene Haas, Lennja von der Heiden, Maria Zwigart, Malina Kosminder, Theresa Hahnen, Mathilda Reinecke, Henriette Willuhn, Lea Kaltwasser.

Abschließend geht auch noch der große Dank an das Trainer-Team um Peter, Regina und Pia, die Team-Managerin Imke Haack und alle Eltern sowie Fans, die in allen Belangen mitgeholfen und unterstützt haben, so dass wir in Jena mit dem kompletten Kader und optimal vorbereitet antreten konnten.