Die DJK Holzbüttgen setzt ihre Erfolgsserie eindrucksvoll fort. Nach einem noch ausgeglichenen ersten Drittel lassen die Rheinländer Blau-Weiß 96 Schenefeld keine Chance und feiern einen 11:2-Kantersieg. Weil der MFBC Leipzig überraschend in Kaufering patzt, übernimmt die DJK erstmals in dieser Saison alleine die Tabellenführung. (Bericht: Michael Mülhöfer)
So langsam wird aus einem gelungenen Saisonstart eine echte Serie. Die DJK Holzbüttgen hat am Sonntag auch ihr viertes Spiel in Folge gewonnen – und diesmal ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Bei Blau-Weiß 96 Schenefeld siegten die Rheinländer mit 11:2 und grüßen nach fünf Spieltagen erstmals alleine von der Tabellenspitze der Floorball-Bundesliga.
Dabei war die Aufgabe vor den Toren Hamburgs zumindest auf dem Papier keineswegs ein Selbstläufer. Zwar hatte Holzbüttgen zehn der vergangenen 16 Duelle gewonnen, das letzte Gastspiel in Schenefeld war in der Vorsaison allerdings an die Norddeutschen gegangen.
Und zunächst leisteten die Gastgeber durchaus Widerstand.
Schenefeld trifft – und weckt die DJK
Holzbüttgen hatte im ersten Drittel deutlich mehr Ballbesitz und ließ den Ball teilweise beeindruckend sicher durch die eigenen Reihen laufen. Schenefeld setzte dagegen auf schnelle Umschaltmomente und kam damit durchaus zu gefährlichen Situationen. Mehrfach war Jan Saurbier gefordert und bewahrte die DJK vor einem frühen Rückstand.
In der zwölften Minute war aber auch der Nationaltorhüter machtlos. Bei einem Freischlag an der eigenen Torlinie verteidigte Holzbüttgen zu ballorientiert und übersah Christoph Alexander Besch vor dem Tor – 1:0 für Schenefeld.
Ein Wirkungstreffer war das allerdings nicht. Eher ein Weckruf.
Keine Minute später zahlte sich das konsequente Vorchecking der dritten Holzbüttger Reihe aus. Leo Wehner eroberte den Ball und bediente den freistehenden Luis Mehler, der sicher zum 1:1 abschloss. Wiederum nur eine Minute später war die Partie gedreht. Leo Häfner setzte sich hinter dem Schenefelder Tor durch und fand Nils Hofferbert. Der Kapitän traf per Schlagschuss ins lange Eck zum 2:1. Mit der knappen Führung ging es in die erste Pause. Danach wurde es deutlich.
Holzbüttgen dreht auf
Im zweiten Drittel spielte praktisch nur noch die DJK. Holzbüttgen war spielerisch überlegen, kontrollierte Ball und Gegner – und wurde nun auch vor dem Tor konsequenter.
Spätestens ein Doppelschlag in der sechsten Minute stellte die Weichen endgültig auf Auswärtssieg. Zunächst traf Joona Heiskanen nach Vorlage von Hofferbert, kurz darauf erhöhte Conrad Lehwalder auf 4:1. Natürlich sind drei Tore im Floorball schnell aufgeholt. An diesem Sonntagmittag deutete allerdings wenig darauf hin, dass Schenefeld noch einmal zurückkommen würde.
Niko Latvakoski und erneut Heiskanen erhöhten bis zur zweiten Pause auf 6:1. Die Gastgeber konnten sich zu diesem Zeitpunkt sogar glücklich schätzen, dass der Rückstand nicht noch deutlicher ausfiel.
Wer nach der Pause mit einem Gang zurück bei der DJK gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Konrad Paul stellte nach Vorarbeit von Jarno Pensikkala bereits in der zweiten Minute des Schlussabschnitts auf 7:1. Wenig später folgte der nächste Doppelschlag. Hofferbert traf nach Zuspiel von Niklas Stammen zum 8:1, direkt vom folgenden Bully weg legte Latvakoski das 9:1 nach.
Schenefeld nahm eine Auszeit. Doch auch die konnte den Holzbüttger Spielfluss nicht stoppen.
Pensikkala zaubert

Kurz nach der Unterbrechung folgte vielmehr die spektakulärste Szene des Nachmittags – und ein Treffer, der beste Chancen auf das „Tor des Jahres“ haben dürfte. Pensikkala stand mit dem Rücken zum Schenefelder Tor, nahm den Ball aus der Luft und beförderte ihn mit der Rückhand durch die eigenen Beine ins Netz. 10:1 – und ein Treffer aus der Kategorie: muss man gesehen haben.
„Da gehört natürlich etwas Glück dazu“, sagte Pensikkala anschließend. „Aber es ist immer schön zu treffen – und dann noch so ein schönes Tor.“
Schenefeld gelang zwar noch das zweite Tor, ehe ein Eigentor kurz vor Schluss den 11:2-Endstand besiegelte. Bezeichnend für die Kräfteverhältnisse an diesem Nachmittag: Selbst während insgesamt sechs Minuten Holzbüttger Unterzahl gelang es den Gastgebern nicht, daraus Kapital zu schlagen. Stattdessen musste Schenefeld zeitweise sogar aufpassen, nicht noch einen Treffer in eigener Überzahl zu kassieren.
Als Tabellenführer ins Spitzenspiel
Für Holzbüttgen war es der vierte Sieg in Folge. Und der wurde am Sonntag noch ein wenig wertvoller: Weil der bisherige Spitzenreiter MFBC Leipzig überraschend beim zuvor noch sieglosen Tabellenletzten aus Kaufering verlor, übernimmt die DJK nach fünf Spieltagen die alleinige Tabellenführung.
Einer, der an der bisherigen Erfolgsserie erheblichen Anteil hat, ist Pensikkala. In Schenefeld wurde der Finne bereits zum dritten Mal in Folge zum Holzbüttger Spieler des Spiels gewählt. Abheben möchte er angesichts des starken Saisonstarts allerdings nicht. „Wir hatten bisher einen super Saisonstart, aber die größte Herausforderung ist es, uns dort oben zu halten. Wir müssen also weiter hart arbeiten.“
Wie passend, dass nun ausgerechnet der bisherige Spitzenreiter zum direkten Duell nach Kaarst kommt. Am kommenden Sonntag um 16 Uhr empfängt der Tabellenführer aus Holzbüttgen den Tabellenzweiten MFBC Leipzig in der Stadtparkhalle. „Der MFBC Leipzig ist immer ein starkes Team und es wird ein hartes Spiel“, blickt Pensikkala voraus. „Aber ich glaube an uns und ich weiß, dass wir gewinnen können. Ich hoffe, dass am Sonntag viele unserer Fans lautstark in die Halle kommen und uns zum Sieg pushen. Wir sehen uns in der Halle!“












