Start Events (Featured Startseite) Vier Nationalteams, sechs Länderspiele und jede Menge Improvisation: Kaarst feiert internationale Floorball-Premiere

Vier Nationalteams, sechs Länderspiele und jede Menge Improvisation: Kaarst feiert internationale Floorball-Premiere

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Die dänische und deutsche U17 Nationalmannschaft bei den Hymnen (Foto: Floorball Deutschland)
Die dänische und deutsche U17 Nationalmannschaft bei den Hymnen (Foto: Floorball Deutschland)

Internationales Flair in der Floorball-Hochburg Kaarst: Vom 15. bis 18. Oktober waren die deutschen und dänischen U17- und U19-Nationalmannschaften zu Gast bei der DJK Holzbüttgen. Sechs offizielle IFF-Länderspiele, zahlreiche Trainingseinheiten und jede Menge organisatorische Herausforderungen machten das Wochenende zu einer besonderen Premiere für den Club.

Die Idee gab es schon länger: Warum nicht einmal die deutsche Floorball-Nationalmannschaft nach Kaarst holen und in der heimischen Stadtparkhalle offizielle Länderspiele austragen? Schließlich hat sich die DJK Holzbüttgen längst einen Namen in der deutschen Floorball-Szene gemacht. Nun wurde aus der Idee erstmals Wirklichkeit. Zwar waren es noch nicht die A-Nationalmannschaften, sondern die Nachwuchsauswahlen der U17 und U19 aus Deutschland und Dänemark. Doch als Generalprobe für mögliche größere Aufgaben hätte das Wochenende kaum lehrreicher sein können.

Denn schnell wurde klar: Ein internationales Trainingslager mit vier Nationalmannschaften ist organisatorisch eine ganz andere Hausnummer als ein gewöhnlicher Bundesliga-Spieltag.

Vier Teams und ein Zeitplan, der ständig in Bewegung war

Eine der treibenden Kräfte hinter der Veranstaltung war Henrik Schnell, der bereits im Vorfeld mit Floorball Deutschland die Anforderungen abgestimmt hatte. Hotels mussten gefunden, Catering organisiert, Transfers geplant und Trainingszeiten koordiniert werden. Schließlich galt es, vier komplette Mannschaftskader samt Trainern, Betreuern und Physiotherapeuten unterzubringen und zu versorgen.

Und wie das bei solchen Veranstaltungen eben so ist: Der beste Zeitplan hilft nur bedingt, wenn plötzlich alle vier Nationalmannschaften gleichzeitig vor der Sporthalle der Emmy-Noether-Gesamtschule stehen und mit weiteren Wünschen auf die Organisatoren zukommen.

Improvisation war gefragt. Während eine Mannschaft zum Mittagessen aufbrach, stand die nächste bereits für ihre Trainingseinheit bereit. In der Halle ging es zeitweise zu wie im Taubenschlag – ein ständiges Kommen und Gehen zwischen Training, Verpflegung und Mannschaftsbesprechungen.

Selbst für unerwartete Personalprobleme fand sich eine Lösung. Als einem Team kurzfristig der Physiotherapeut ausfiel, sprang kurzerhand das Team um Alexander Lang ein, das normalerweise die Bundesliga-Mannschaft der DJK betreut.

So wurde das Wochenende auch für die Organisatoren zu einem kleinen Trainingslager – allerdings in Sachen Flexibilität, Improvisation und Problemlösung.

Sechs Länderspiele in drei Tagen

Ganz nebenbei mussten natürlich auch noch sechs offizielle Länderspiele auf die Beine gestellt werden. Von Freitag bis Sonntag trafen die deutschen und dänischen Nachwuchsauswahlen jeweils dreimal aufeinander.

Dafür waren erneut zahlreiche ehrenamtliche Helfer der DJK im Einsatz. Schiedsgericht, Hallensprecher, Musik, Livestream und Cafeteria mussten organisiert und besetzt werden. Schließlich sollte sich das Wochenende nicht nur für die Nationalmannschaften, sondern auch für die Zuschauer wie ein internationales Sportereignis anfühlen.

Und die kamen durchaus zahlreich. Durchschnittlich gut 150 Zuschauer verfolgten die Begegnungen vor Ort, zeitweise schalteten sich zudem mehr als 200 Interessierte in den Livestream ein.

Auf dem Spielfeld bekamen sie einiges geboten. Die deutschen Nachwuchsteams entschieden alle sechs Begegnungen für sich. Besonders deutlich wurde es bei der U17, die nach einem 4:2 zum Auftakt mit 12:1 und 13:1 gewann. Die U19 setzte sich mit 5:1, 7:5 und 6:2 gegen die dänischen Altersgenossen durch.

Für die heimischen Fans gab es dabei auch bekannte Gesichter zu sehen. Mit Maximilian Schrick, Konrad Paul und Thilo Arendt standen gleich drei Spieler aus dem Bundesliga-Kader der DJK im deutschen U19-Aufgebot.

Vielleicht wird man den einen oder anderen Akteur dieses Wochenendes in einigen Jahren bei einer Weltmeisterschaft der Herren wiedersehen. In Kaarst konnten die Zuschauer die Talente jedenfalls schon einmal aus nächster Nähe erleben.

Auch die Stadtspitze schaut vorbei

Dass die internationalen Länderspiele nicht nur innerhalb der Floorball-Szene auf Interesse stießen, zeigte sich am Sonntag. Mit Bürgermeister Christian Horn-Heinemann und seinem Stellvertreter Dennis Oscheja waren gleich zwei hochrangige Vertreter der Stadt Kaarst vor Ort, um sich persönlich einen Eindruck von der Veranstaltung und der Nutzung der städtischen Sporteinrichtungen zu verschaffen.

Bürgermeister Horn-Heinemann zeigte sich angetan von der internationalen Sportveranstaltung: „Dass wir am vergangenen Wochenende mit den Floorball-Länderspielen zwischen Deutschland und Dänemark internationalen Nachwuchssport auf diesem hohen Niveau in Kaarst erleben durften, ist etwas ganz Besonderes.“

Ausdrücklich hob er dabei das Engagement der Vereine hervor: „Mein besonderer Dank gilt der DJK Holzbüttgen und allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die solche Veranstaltungen möglich machen und Kaarst auch über die Stadtgrenzen hinaus als attraktiven Sportstandort präsentieren.“

Hoher Besuch beim Floorball: Der Bürgermeister der Stadt Kaarst Christian Horn-Heinemann (m.) zusammen seinem Stellvertreter Dennis Oscheja (l.) und dem stellvertretenden Abteilungsleiter Floorball Michael Mülhöfer (r.) (Foto: Hendrik Schnell)
Hoher Besuch beim Floorball: Der Bürgermeister der Stadt Kaarst Christian Horn-Heinemann (m.) zusammen seinem Stellvertreter Dennis Oscheja (l.) und dem stellvertretenden Abteilungsleiter Floorball Michael Mülhöfer (r.) (Foto: Hendrik Schnell)

Lob für die kleinen Dinge

Dass die Veranstaltung auch abseits des Spielfelds Eindruck hinterließ, zeigten erste Rückmeldungen der Schiedsrichter. Sehr positiv aufgenommen wurden die eigene Umkleidekabine und die Möglichkeit, das Catering zu nutzen –

Annehmlichkeiten, die offenbar selbst bei internationalen Begegnungen nicht überall selbstverständlich sind.

Auch die Kulisse kam gut an. Sowohl Schiedsrichter als auch Spieler freuten sich darüber, dass die Begegnungen vor Publikum stattfanden. Denn auch das ist bei Nachwuchs-Länderspielen längst nicht an jedem Austragungsort garantiert.

Für die DJK war das Wochenende damit nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch ein wichtiger Schritt. Natürlich lief nicht alles von Anfang an reibungslos. Aber genau darum ging es bei dieser Premiere auch: Erfahrungen sammeln, Herausforderungen meistern und lernen, worauf es bei internationalen Veranstaltungen wirklich ankommt.

Nach der Premiere ist vor der Manöverkritik

Nun steht für die Verantwortlichen zunächst die Nachbereitung an. Was hat gut funktioniert? Wo muss künftig besser geplant werden? Und welche Anforderungen sollte man beim nächsten Mal bereits im Vorfeld berücksichtigen?

Henrik Schnell, Mitglied des Vorstands der DJK und von Floorball NRW (Foto: Andreas Klüppelberg)
Henrik Schnell, Mitglied des Vorstands der DJK und von Floorball NRW (Foto: Andreas Klüppelberg)

Auch Rückmeldungen der beteiligten Verbände und Mannschaften sollen in diese Bewertung einfließen.

Organisator Henrik Schnell zieht bereits ein positives Fazit: „Dieses Event war die erste internationale Veranstaltung unserer Floorballabteilung, welches durch den Einsatz unserer Mitglieder ein voller Erfolg geworden ist.“ Zugleich sieht er das Wochenende als wertvolle Erfahrung: „Natürlich waren die Tage durch viele Herausforderungen geprägt und ich persönlich konnte einiges mitnehmen, um zukünftige Events noch besser vorzubereiten.“

Sein Ziel reicht dabei über diese Premiere hinaus: „Mein persönliches Ziel war es, unseren Floorball-Verein auch auf internationaler Bühne zu präsentieren und uns für weitere Aktivitäten zu bewerben.“

Und die nächste internationale Veranstaltung wirft bereits ihre Schatten voraus. Vom 8. bis 10. Januar 2027 wird Kaarst mit der U17-Juniorinnen Floorball Trophy erneut zum Austragungsort eines hochklassigen Nachwuchsturniers. Bürgermeister Horn-Heinemann blickt dem Ereignis bereits mit Vorfreude entgegen und hofft auf spannende Begegnungen und viele begeisterte Zuschauer.

Für die DJK bleibt nach diesem Wochenende die Erkenntnis, dass sie nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch auf internationaler Bühne bestehen kann. Die ursprüngliche Idee, eines Tages auch die A-Nationalmannschaft nach Kaarst zu holen, dürfte jedenfalls nicht weniger reizvoll geworden sein.

Vielleicht war diese Premiere tatsächlich erst der Anfang.

Bilder vom Wochenende (weitere Bilder auf https://www.flickr.com/photos/floorballdeutschland/albums):

Die Sporthalle der Emmy-Noether-Gesamtschule war über die drei Tage gut besucht (Foto: Simone Kaltwasser)
Die Sporthalle der Emmy-Noether-Gesamtschule war über die drei Tage gut besucht (Foto: Simone Kaltwasser)
Die deutsche U17 Nationalmannschaft bei der Hymne (Foto: Floorball Deutschland)
Die deutsche U17 Nationalmannschaft bei der Hymne (Foto: Floorball Deutschland)
MVP-Auszeichnung (Foto: Floorball Dänemark)
MVP-Auszeichnung (Foto: Floorball Dänemark)
DJK-Spieler Maximilian Schrick (r.) freut sich über die Führung (Foto: Floorball Deutschland)
DJK-Spieler Maximilian Schrick (r.) freut sich über die Führung (Foto: Floorball Deutschland)