Start Allgemein DJK-Serie hält: Holzbüttgen feiert Traum-Heimauftakt gegen Hamburg

DJK-Serie hält: Holzbüttgen feiert Traum-Heimauftakt gegen Hamburg

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Rückkehrer Manour feiert mit dem Publikum (Foto: Rene Thönnißen)
Rückkehrer Manour feiert mit dem Publikum (Foto: Rene Thönnißen)

Drittes Spiel, dritter Sieg in Folge: Die DJK Holzbüttgen setzt ihren starken Saisonstart fort und lässt beim ersten Auftritt vor heimischem Publikum den ETV Piranhhas Hamburg beim 9:2 kaum zur Entfaltung kommen. Rückkehrer Krystof Manour trifft gleich bei seinem Comeback in der Stadtparkhalle. (Bericht: Michael Mülhöfer)

Das Warten auf das erste Heimspiel hat sich gelohnt. Nach drei Auswärtspartien zum Auftakt der neuen Floorball-Bundesliga-Saison durfte sich die DJK Holzbüttgen am Sonntag erstmals wieder ihrem eigenen Publikum präsentieren – und lieferte vor 334 Zuschauern in der Stadtparkhalle gleich reichlich Argumente für weitere Besuche.

Beim deutlichen 9:2 gegen die ETV Piranhhas Hamburg feierten die Holzbüttger ihren dritten Sieg in Folge und setzten sich mit nun zehn Punkten endgültig in der Spitzengruppe der noch jungen Bundesliga-Tabelle fest.

Dabei war es weniger die Höhe des Ergebnisses als die Art und Weise des Erfolgs, die überzeugte. Über weite Strecken kontrollierte die DJK die Partie, stand defensiv kompakt und ließ einen Gegner, der den Holzbüttgern in der Vergangenheit durchaus Probleme bereitet hatte, kaum zur Entfaltung kommen. Und dann gab es da noch einen Rückkehrer, auf den viele in der Stadtparkhalle gewartet hatten.

Manour meldet sich zurück – Häfner staubt ab

Nach anderthalb Jahren stand Publikumsliebling Krystof Manour erstmals wieder für die DJK in der Stadtparkhalle auf dem Feld. Lange brauchte der Rückkehrer nicht, um auf sich aufmerksam zu machen.

Nach wenigen Minuten des Abtastens fasste sich Manour an der Mittellinie ein Herz und zog einfach ab. Hamburgs Torhüter wurde von einem eigenen Abwehrspieler irritiert und konnte den Ball nicht festhalten. Leo Häfner reagierte am schnellsten und staubte bereits in der dritten Minute zum 1:0 ab.

Auch danach wechselten sich die Ballbesitzphasen zwar ab, die gefährlicheren Aktionen gehörten aber den Gastgebern. In der siebten Minute setzte sich Konrad Paul stark hinter dem Hamburger Tor durch und fand mit seinem Zuspiel Kapitän Nils Hofferbert, der im Slot lauerte und zum 2:0 vollendete.

Vor allem offensiv tat sich Hamburg überraschend schwer. Selbst zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Holzbüttger Zeitstrafen brachten die Gäste kaum ins Spiel. Der ETV fand nicht richtig in seine Überzahlformation, während die DJK konzentriert verteidigte und die brenzlige Phase weitgehend schadlos überstand. So ging die 2:0-Führung nach dem ersten Drittel vollkommen in Ordnung.

Saurbier hält – Lehwalder erhöht zum richtigen Zeitpunkt

Im Mittelabschnitt brachte Hamburg seine Abschlüsse zwar häufiger auf das Holzbüttger Tor, doch dort stand mit Nationaltorhüter Jan Saurbier ein sicherer Rückhalt. Wenn der ETV doch einmal durchkam, war bei ihm häufig Endstation.

Auf der anderen Seite zeigte sich die DJK effizienter. Joona Heiskanen fand in der zehnten Minute von hinter dem Tor Conrad Lehwalder. Der erwischte den Ball zwar nicht voll, doch abgefälscht von einem Hamburger Verteidiger trudelte er unter den Armen des Torhüters hindurch zum 3:0 ins Netz.

Das Tor schien gleichzeitig noch einmal die Holzbüttger Offensive zu wecken. Die DJK erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten, ließ diese aber ungenutzt – und wurde daran erinnert, wie schnell sich ein Floorballspiel verändern kann.

Nach einem nicht sauber ausgespielten Holzbüttger Konter schaltete Hamburgs Torhüter blitzschnell um. Sein langer Auswurf landete beim freistehenden Angreifer, der Saurbier nahezu in Penaltymanier keine Chance ließ und kurz vor der zweiten Pause auf 1:3 verkürzte. Aus einer bis dahin äußerst souveränen Vorstellung war zumindest auf der Anzeigetafel plötzlich wieder ein Spiel mit nur zwei Toren Abstand geworden.

Rückkehrer Manour macht es selbst

Wer nach der Pause mit einem Aufbäumen der Hamburger gerechnet hatte, wurde eines Besseres belehrt. Zwar begann der Schlussabschnitt mit zahlreichen Unterbrechungen etwas zerfahren, Holzbüttgen behielt aber die Kontrolle, gewann viele zweite Bälle und ließ defensiv weiterhin wenig zu.

Und dann schlug die Stunde des Rückkehrers. Hofferbert bediente Manour auf dem linken Flügel, der sich mit einer starken Einzelaktion durchsetzte und in der fünften Minute des Schlussdrittels zum 4:1 traf. Spätestens jetzt war das Comeback des Publikumslieblings endgültig gelungen.

Sechs Minuten später spielte die DJK einen Konter mustergültig aus. Heiskanen legte quer auf Jarno Pensikkala, der zum 5:1 vollendete.

Hamburg antwortete zwar nur eine Minute später mit seinem zweiten Treffer, doch das Gefühl, dass diese Begegnung noch einmal kippen könnte, kam in der Stadtparkhalle nicht mehr wirklich auf.

Das die Fans der DJK die letzten Minuten so richtig genießen konnten, dafür sorgte dann endgültig Niko Latvakoski. Mit einem Doppelschlag innerhalb kürzester Zeit schraubte er das Ergebnis auf 7:2 und beseitigte die letzten Zweifel am dritten Holzbüttger Sieg in Folge.

Empty Net wird für Hamburg zum Bumerang

Die Piranhhas versuchten es in den letzten fünf Minuten noch mit Empty Net und einem zusätzlichen Feldspieler. Angesichts des deutlichen Rückstands war es wohl mindestens ebenso der Versuch, die Formation unter Wettkampfbedingungen zu testen, wie die Hoffnung auf ein spektakuläres Comeback.

Doch der Schuss ging nach hinten los. Zunächst fing Hofferbert einen unsauberen Hamburger Pass ab und schob den Ball ins verwaiste Tor. Wenig später machte es DJK-Urgestein Dennis Schiffer seinem Kapitän nach und stellte mit dem zweiten Empty-Net-Treffer den 9:2-Endstand her.

Nach dem Punktgewinn zum Saisonauftakt beim amtierenden Meister UHC Sparkasse Weißenfels und den beiden knappen Auswärtserfolgen in Chemnitz und Dresden zeigte die DJK damit erstmals in dieser Spielzeit, dass sie es auch deutlich kann.

#56 Krystof Manour (Foto: DJK)
#56 Krystof Manour (Foto: DJK)

Besonders zufrieden war anschließend Rückkehrer Manour: „Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis und der Leistung des Teams heute. Es war defensiv wirklich gut und Jan hat uns auch das ein oder andere Mal gerettet. Eine super Leistung von ihm.“ Für den Rückkehrer hatte der Nachmittag aber noch eine ganz persönliche Bedeutung. „Es fühlte sich super gut an, nach anderthalb Jahren wieder in der Stadtparkhalle zu spielen. Wie immer eine großartige Atmosphäre“, sagte Manour. Den Blick richtete er anschließend aber schnell wieder nach vorne: „Jetzt geht es darum, die Woche gut zu trainieren und unsere Siegesserie in Schenefeld fortzusetzen.“


Zehn Punkte – und die nächsten Prüfsteine warten

Nach vier Spieltagen steht Holzbüttgen damit bei zehn Punkten und gehört gemeinsam mit dem MFBC Leipzig und den SSF Dragons Bonn zur punktgleichen Spitzengruppe.

Am kommenden Sonntag, 4. Oktober, geht es für die DJK dann in den Norden. Um 13 Uhr wartet vor den Toren Hamburgs Blau-Weiß 96 Schenefeld.

Eine Woche später steigt dann am 11. Oktober das nächste Heimspiel in der Stadtparkhalle. Mit dem MFBC Leipzig kommt ein Gegner nach Kaarst, mit dem sich die DJK in der Vergangenheit regelmäßig schwergetan hat. Spätestens dieses Duell dürfte weitere Hinweise darauf liefern, wie der starke Holzbüttger Saisonstart einzuordnen ist.

Trotz besten Wetters war die Halle gut gefüllt (Foto: Rene Thönnißen)
Trotz besten Wetters war die Halle gut gefüllt (Foto: Rene Thönnißen)