Glück im Unglück im letzten Spiel vor den Playoffs

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Volle Halle und super Stimmung bei den 436 Zuschauern, trotz der bitteren Niederlage (Foto: René Thönnißen)

Die DJK bestritt am Samstagabend in der Stadtparkhalle Kaarst ihr 22. und letztes Spiel vor Beginn der Playoffs. Das dichte Gedränge im Mittelfeld der 1. Floorball-Bundesliga sorgte dafür, dass für die Holzbüttger vor dem letzten Spieltag der regulären Saison von Platz 3 bis Platz 6 noch alles drin war (Bericht: Michael Mülhöfer)

Das gleiche galt allerdings auch für die punktgleichen Gäste der Floor Fighters aus Chemnitz, für die der Trainer der Holzbüttger, Joel Heine, zwischen 2008 und 2012 sogar selbst noch aktiv war. Das Platz 3 für beide Mannschaften nicht mehr zu erreichen war, wurde kurz vor Spielbeginn entschieden, nachdem die Hamburger Piranhhas am Nachmittag ihr Auswärtsspiel beim MFBC Leipzig mit 9:8 gewonnen hatten. So galt es für die DJK mit einem Sieg gegen Chemnitz Platz 4 zu sichern und damit im Playoff-Viertelfinale ein möglicherweise entscheidendes Spiel zu Hause austragen zu können. Bei einer Niederlage würde gar der Absturz auf Platz 6 drohen, wenn die Bonner Dragons parallel das abgeschlagene Schlusslicht aus Kaufering schlagen würden.

Entsprechend motiviert ging die DJK auch zur Sache. Vor über 400 Zuschauern und einer Großzahl an eingeladenen Sponsoren ging man bereits nach knapp 30 Sekunden mit dem ersten Torschuss durch Nils Hofferbert in Führung. Durch den zwischenzeitlichen Ausgleich ließen sich die Holzbüttger nicht groß aus der Ruhe bringen. Gleich die erste Überzahl konnte man in der 8. Minute zur erneuten Führung nutzen. Jannik Heinen stand am langen Pfosten und konnte eine Hereingabe von Nils Hofferbert zum 2:1 einnetzen. Und in der 15. Minute war es dann erneut Nils Hofferbert der auf 3:1 stellen konnte (Vorarbeit Lasse Vallema). Leider hat man im Gegenzug dann den starken Väinö-Oskari Paavilainen, der schon den Ausgleich erzielen konnte, etwas aus den Augen verloren. Der Chemnitzer traf zum 3:2 Anschlusstreffer, gleichbedeutend mit dem Pausenstand, weil auch ein Penalty für Holzbüttgen nicht verwandelt werden konnte.

Das zweite Drittel war dann aus Holzbüttger Sicht sicher eines der besten der gesamten Saison. Man konnte das durchaus hohe Tempo der ersten 20 Minuten weiter mitgehen, spielte erneut sehr diszipliniert und konnte zudem noch mit wunderschönen Kombinationen aufwarten. In der 4. Minute konnte Niilo Klytseroff einen Ball erobern und wunderschön auf Pontus Bylund ablegen, der dann zum 4:2 traf, ehe knapp drei Minuten später Linus Joest nach einem langen Pass von Dennis Schiffer freie Bahn hatte und auf 5:2 erhöhen konnte. In der 15. Minute schloss dann Nils Hofferbert mit seinem 3. Treffer einen Bilderbuchkonter im Zusammenspiel mit Lasse Vallema zum 6:2 ab. Einziger Makel dieses Drittels war Tor Nummer 3 für Chemnitz kurz vor dem Ende.

Mit einer vermeintlich beruhigenden Drei-Tore-Führung ging es dann in das letzte Drittel. Das drei Tore im Floorball allerdings nichts sind, sollte sich mal wieder zeigen. Erst konnte auch Paavilainen sein 3. Tor erzielen und die Chemnitzer wieder bis auf zwei Tore heranbringen, ehe sich die Holzbüttger durch eine Strafzeit selbst schwächten. In der vergangenen Woche schaffte man es noch in zwei Spielen ohne Gegentor in Unterzahl zu bleiben, dieses Mal nutzen die Chemnitzer aber die Überzahl und verkürzten in der 6. Minute auf 6:5. Eine zweite Unterzahlsituation konnte die DJK dann zwar zunächst noch überstehen, kurze Zeit später kam es aber, wie es kommen musste. In der 10. Minute fiel der Ausgleich zum 6:6 und in der 13. Minute konnten die Floor Fighters erstmals in dieser Partie mit 6:7 in Führung gehen. Holzbüttgen versuchte nochmal alles um sich wenigstens noch in die Verlängerung zu retten, aber Chemnitz verteidigte die Führung und damit Platz 4 bis zum Schluss. Die Zuschauer in der wirklich gut besuchten Stadtparkhalle waren dennoch nicht enttäuscht, haben sie doch ein temporeiches und hochklassiges Floorballspiel gesehen, welches Lust auf mehr macht. So bedankte sich DJK-Kapitän Dennis Schiffer am Ende bei den Zuschauern für die tolle Unterstützung in der bisherigen Saison und dankte ganz besonders den anwesenden Sponsoren, ohne die das Abenteuer Floorball-Bundesliga gar nicht möglich wäre.

Das es für Holzbüttgen am Ende allerdings nicht noch runter auf Platz 6 ging, hat man dem Tabellenschlusslicht aus Kaufering zu verdanken, das die Bonner mit 8:4 besiegen konnte. Es geht also für die DJK im Playoff-Viertelfinale als Tabellenfünfter erneut gegen die Chemnitzer. Dabei tritt man zunächst einmal zu Hause an (02. oder 03. März 2024), bevor man dann für maximal zwei Partien nach Chemnitz muss. Nachdem Conrad Lehwalder, Verteidiger der Holzbüttger, erfahren hat, dass es im Viertelfinale erneut zu einem Aufeinandertreffen mit den Floor Fighters kommt, ist die Rechnung jedenfalls klar: „Wenn man das erste Spiel daheim in der Playoff-Serie verliert, ist es noch zehnmal schwerer da siegreich rauszukommen. Wenn man aber 1:0 führt, braucht man nur ein Spiel auswärts gewinnen. Das ist einfache Mathematik. Wir wollen das erste Spiel gewinnen und zeigen, wir können über 60 Minuten spielen.“ Er erwartet in den Playoffs dann nochmal ein ganz anderes Spiel und hofft wieder auf so eine „überragende Kulisse“.